Noch ringt verzweifelt mit den kalten Oktobernächten um sein grünes Kleid Mein Baum. Er liebt´s, ihm ist es leid, Er trug es fröhliche Monde lang, Er möchte es gern behalten. Und wieder eine Nacht, und wieder Ein rauher Tag. Der Baum wird matt Und kämpft nicht mehr und gibt die Glieder Gelöst dem fremden Willen hin, Bis der ihn ganz bezwungen hat. Nun aber lacht er golden rot Und ruht im Blauen tief beglückt. Da er sich müd dem Sterben bot, Hat ihn der Herbt, der milde Herbst Zu neuer Herrlichkeit geschmückt.»Baum im Herbst« Hermann Hesse
Dienstag, 19. September 2023
»Baum im Herbst« Hermann Hesse
Sonntag, 10. September 2023
»Peter Camenzind« - Novelle mit autobiographischen Zügen
Hermann Hesse gelang im Jahr 1903 der literarische Durchbruch mit dem zivilisationskritischen Entwicklungsroman »Peter Camenzind«. Der Roman machte Hesse über Nacht berühmt und und ermöglichte ihm eine Existenz als freier Schriftsteller.
Diese erste Novelle mit autobiographischen Zügen enthält eine Reihe Themen, die auch später Hesses Werk bestimmen sollten, wie etwa die Suche des Einzelnen nach geistiger und körperlicher Identität unter den Rückschlägen der Natur und der modernen Zivilisation. Peter Camenzind ist ein Bildungsroman im atypischen Sinne, der Parallelen zu Der grüne Heinrich von Gottfried Keller aufweist.
Peter Camenzind erinnert an spätere Protagonisten Hesses wie Siddhartha, Goldmund oder auch Harry Haller aus Der Steppenwolf. Wie diese leidet er und unternimmt einige intellektuelle, physische und geistige Reisen, in deren Verlauf er verschiedenste Landschaften in Deutschland, Italien, der Schweiz und Frankreich kennenlernt. In einer der letzten Stationen seines Lebens, als er sich ausschließlich um den Behinderten kümmert, ähnelt er in seinem Tun dem Heiligen Franz von Assisi, dessen Wirken Hesse auch in seiner Studie Franz von Assisi essayistisch verarbeitete.
Samstag, 5. August 2023
»August« von Hermann Hesse
Das war des Sommers schönster Tag,
Nun klingt er vor dem stillen Haus
In Duft und süßem Vogelschlag
Unwiederbringlich leise aus.
In dieser Stunde goldnen Born
Gießt schwelgerisch in roter Pracht
Der Sommer aus sein volles Horn
Und feiert seine letzte Nacht.
»August« von Hermann Hesse
Hermann Hesse-Gedichtbände:
»Das Lied des Lebens«:
Die schönsten Gedichte
Sämtliche Gedichte in einem Band
Sonntag, 16. Juli 2023
Samstag, 15. Oktober 2022
»Oktober« von Hermann Hesse
In ihrem schönsten Kleide Stehn alle Bäume gelb und rot, Sie sterben einen leichten Tod, Sie wissen nichts von Leide.
Herbst, kühle mir das heiße Herz, Daß es gelinder schlage Und still durch goldene Tage Hinüberspiele winterwärts.
»Oktober« von Hermann Hesse
Samstag, 17. September 2022
»Demian« von Hermann Hesse
Hermann Hesses 192 entstandener Roman »Demian« erzählt von der geistigen und spirituellen Entwicklung eines jungen Mannes mit Namen Emil Sinclair, der auf Demian trifft, welcher ihn durch dessen Lebenserfahrung beeindruckt, inspiriert und fördert. Es hat mich fasziniert, wie tiefgründig Hesse dabei auf die Feinheiten der menschlichen Psyche beschreibt. Die Gedankengänge Sinclairs, die aufsteigende Angst vor den Konsequenzen seiner Taten und die Auseinandersetzung damit, machen das Buch spannend und in gewisser Weise auch nervenaufreibend. der Leser wird praktisch zum Beobachter eines jungen Menschen, der lernt, was "Gut" und "Böse" ist.
»Ich wollte ja nichts als das zu leben versuchen, was von selber aus mir heraus wollte. Warum war das so sehr schwer?«
Hermann Hesse, »Demian«
Das große Hesse-Thema der Selbstrealisierung und des Lebensweges zu sich selbst wird in diesem Buch auf eine ganz besonders reizvolle Art und Weise erzählt, nämlich als ein Entwicklungsroman, der das Erwachsenwerden eines Kindes zum Manne beschreibt. Jede Lebensepoche wird dabei sehr einfühlsam mit all ihren Schwierigkeiten beschrieben. Insgesamt ist die wundervolle Entwicklung von einem nach außen schauenden und auf die Befriedigung äußerer Erwartungen gerichteten, abhängigen Kind zu einem zunehmend in sich selbst zentrierten und spirituell erwachten, freien Mystiker selten schöner beschrieben und nachgefühlt worden.
Literatur:
<
Demian von Hermann Hesse
Samstag, 10. September 2022
»Zwischen Sommer und Herbst« (1930) (Z)
»Trotz der drückenden Wärme dieser Tage bin ich viel draußen. Ich weiß allzu gut, wie flüchtig diese Schönheit ist, wie schnell sie Abschied nimmt, wie plötzlich ihre süße Reife sich zu Tod und Welke wandeln kann. Und ich bin so geizig, so habgierig dieser Spätsommerschönheit gegenüber! Ich möchte nicht nur alles sehen, alles fühlen, alles riechen und schmecken, was diese Sommerfülle meinen Sinnen zu schmecken anbietet;ich möchte es, rastlos und von plötzlicher Besitzlust ergriffen, auch aufbewahren und mit in den Winter, in die kommenden Tage und Jahre, in das Alter, nehmen. Ich bin sonnst nicht eben eifrig im Besitzen, ich trenne mich leicht und gebe leicht weg, aber jetzt plagt mich ein Eifer des Festhaltewollens, über den ich zuweilen selber lächeln muss.«
»Zwischen Sommer und Herbst« (1930)
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